Archiv | Mai, 2014

Martin Walser – der Heino des deutschen Schrifttums

4 Mai

Nach den Nazi-Vorwürfen des Musikers Jan Delay gegenüber Heino, dem Troubadour des deutschen Volksempfindens, erscheint auch meine Auseinandersetzung mit dem Heimatschriftsteller Martin Walser in neuem Licht:

Ins Auge fallen zunächst frappierende Übereinstimmungen zwischen Heino und Walser: während der eine populäres Liedgut deutschnational aufbereitet, verbreitet der andere völkisches Schrifttum mit antisemitischer Stoßrichtung. Der eine besingt die schwarzbraune Haselnuß, während der andere die tiefbraune Vergangenheit seiner Nazi-Mutter verklärt. Beide entstammen jenem dumpf-deutschen Kneipenwirtsmilieu, in dem seit je finsterste moralische Niederträchtigkeiten ausgebrütet werden. Seit Th. Bernhards Dramolett ‚Der deutsche Mittagstisch‘ weiß man etwa um den Zusammenhang von Hausmannskost und Nazigesinnung. Daher ist es kein Zufall, dass Walser noch heute den Kartoffelsalat seiner Nazi-Mutter Auguste rühmt.

Aber trifft der Nazi-Vorwurf gegen Heino tatsächlich zu? Zweifel sind angebracht, wenn man die Definition von BILD zugrundelegt: „Ein Nazi ist einer, der die Weltanschauung Hitlers befürwortet. Darin standen ein radikaler Rassismus und ein aggressiver Antisemitismus im Mittelpunkt.“ Was letzteren Punkt angeht, erfüllt Walser diese Definition eher als Heino. Und daher werde ich meine Vorwürfe gegen Walser aufrechterhalten und nicht derart jämmerlich zu Kreuze kriechen wie Delay schließlich gegenüber Heino.

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