Archiv | Juni, 2013

Und er ist doch ein Brandstifter…

21 Jun

Nachdem dieser Blog ins Visier der Polizei und der Staatsanwaltschaften in Berlin, Konstanz, Stuttgart und Wiesbaden geraten ist und der Staatsschriftsteller Martin Walser also mit seinem Versuch durchgedrungen ist, die staatlichen Behörden für seine Erinnerungsabwehr bzw. seine vergangenheitspolitische Amnesie einzuspannen, soll hier die Gelegenheit ergriffen werden, die Justiz auf die kriminellen Konsequenzen hinzuweisen, die Walsers kalkuliert ins Werk gesetzten judenfeindlichen Brandstiftungen bereits gezeitigt haben.

Nachdem Walser, den Hans-Werner Richter wiederholt als „Psychopath“ charakterisiert hat, den Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, durch ausgewählte antisemitische Infamien brüskiert hatte, liess die rechtsextremistische Presse sich nicht zweimal bitten und designierte Bubis zum Feind der Volksgemeinschaft. Walser hatte einer neo-nazistischen Kampagne, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte bis heute ihresgleichen sucht, die Stichworte geliefert und Schrittmacherdienste geleistet. Kurz darauf schritten jene Sturmtruppen zur Tat, die sich hierzulande nicht lange bitten lassen. Über den Berliner Alexanderplatz wurde von Neo-Nazis ein Schwein getrieben, das mit der Aufschrift „Bubis“ versehen war, und am 19. 12. 1998 – also fünf Tage nach den Unverschämtheiten Walsers im Gespräch mit Bubis – wurde das Grab von Bubis Amtsvorgänger, Heinz Galinski, in die Luft gesprengt. Damals kam die hiesige Presse zu dem Schluß, den ich heute noch vertrete und den Walser nun kriminalisiert sehen möchte: dass „die Tat im Kontext der trüb-nationalen Brandsatz-Rede Martin Walsers zu lokalisieren ist“ (Der Tagesspiegel). Das sind die Tatsachen, an die erinnert zu werden der Brandstifter Martin Walser durch sein Trommelfeuer an Strafanzeigen gegen mich nicht entgehen wird.

Niemand vertritt heute in der Bundesrepublik derart ungebrochen die Kontinuität antisemitischer Positionen und Provokationen wie das frühere NSDAP-Mitglied Martin Walser. Die Justiz in Berlin, Stuttgart, Konstanz, Wiesbaden und sonstwo sollte sich gut überlegen, ob sie diese und andere meiner Behauptungen, die das Landgericht Hamburg für zulässig erklärt hat, weil sie wohl begründet sind, unter Strafe zu stellen gedenkt.

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