Archiv | August, 2012

Peymann & Walser: der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

27 Aug

Am 5. 9. 2012 bereitet der Intendant des Berliner Ensemble, Claus Peymann, dem für seine antisemitischen Exzesse bekannten Nazi-Muttersohn und Kleinbürger-Herrenmenschen Martin Walser für die Vorstellung seines neuen Romans die Bühne des BE. Womöglich entdeckt Peymann, der seit seinem Gastspiel im Reich des Auschwitz-Leugners Ahmadineschad, welcher dem Staat der Juden mit Vernichtung droht, als „Horst Mahler des deutschen Regietheaters“ gilt, nicht zufällig seine Liebe zum „geistigen Brandstifter“ Martin Walser. Denn Walser hat stets mit besonderem Genuß die Demütigung von Überlebenden der Shoa betrieben. Seine antisemitischen Infamien gegenüber Ignatz Bubis und MRR sind bekannt. Seine Unverschämtheiten gegenüber Jean Améry sind dagegen in Vergessenheit geraten. Die in Wien erscheinende Zeitschrift ’sans phrase‘ wird im Oktober über dieses Kapitel Auskunft geben.

Dass der Ex-Bernhard-Regisseur Peymann dem Geschichtsklitterer Martin Walser, den Thomas Bernhard wie keinen anderen Autor verachtet und treffend als „Opel Kadett der deutschen Literatur“ verhöhnt hat, sein Haus öffnet, bezeugt zudem seine furchterregende künstlerische wie geistige Regression.

In Peymann und Walser finden die Israel-Feindschaft des 68ers sowie der primitive Judenhass eines Martin Walser zueinander. Am 5. September 2012 wird die Tradition des BE, die einst mit dem Namen Bertolt Brecht verbunden war, gezielt verraten. An diesem Abend wird die Bühne des BE zu einem Ort der Gegenaufklärung.

Martin Walser – Literatur als Lüge

7 Aug

Bei Martin Walser handelt es sich um einen Autor, für den die poetische Lizenz Vehikel seiner zwanghaften Lügen ist, die er zum Zwecke der Glorifizierung des primitiven Nazi-Milieus, dem er entstammt, mobilisiert. Daher wäre es nicht lediglich untertrieben, sondern schlicht falsch, von Walsers Poetik der Verdrängung zu sprechen. Bei seinen bewußt ins Werk gesetzten Geschichtslügen spekuliert Walser sowohl auf den Gedächtnisverlust wie auf die Wurstigkeit von Leserschaft und Kritik, die es gar nicht so genau wissen wollen. Dafür zwei Beispiele:
1. In seinem autobiografischen Machwerk ‚Ein springender Brunnen‘, in dem es um die Rechtfertigung der dumpfen Kneipiersexistenz seiner Nazi-Mutter Auguste geht, behauptet er, diese sei im Herbst 1932 aus wirtschaftlichen Zwängen und um die marode, von ihr betriebene Dorfkneipe zu retten, in die NSDAP eingetreten. Auch wenn stets schleierhaft blieb, was der Eintritt in die Nazipartei zu einem solch frühen Zeitpunkt zu dem Abwenden des verdienten Bankrotts der elterlichen Klitsche beitragen konnte, hat nicht einmal die kritische Walser-Philologie diese Angabe überprüft. Meine Anfrage beim Berliner Bundesarchiv brachte die Wahrheit sehr schnell ans Licht: Auguste Walser ist der NSDAP unter der Mitgliedsnummer 873.296 bereits zum 1. 4. 1932 beigetreten. Man muß kein Historiker sein, um den Unterschied zwischen Herbst und Frühjahr 1932 als gravierend zu erkennen. Im Herbst 1932 deutete unter der Regierung von Papen tatsächlich vieles auf einen Machtantritt der Nazis hin, während im Frühjahr 1932 unter Reichskanzler Brüning sowohl SA wie SS gesetzlich verbotene Schlägertrupps waren und sich nur fanatische Überzeugungsnazis der NSDAP anschlossen. So leicht wären Walsers Lügen nicht nur für Literaturwissenschaftler zu entlarven, sondern für die gesamte deutsche Presse, die Walser längst die Absolution erteilt hat. Wäre dies eher geschehen, hätte MRR womöglich nicht die ihm im Jahr 2002 von dem Prozeßhansel Walser zugegangene Unterlassungserklärung unterschrieben, welche ihm fortan die Äußerung verbot, Walser habe „sinngemäß geschrieben, dass die Juden, die den Holocaust überlebt haben, allein durch ihre Existenz ihren deutschen Zeitgenossen das Leben schwer machen. Das ist durchaus kein Antisemitismus, das ist Bestialität..“
2. Walser hatte in seiner Friedenspreisrede 1998 von der „Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken“ rodomontiert und den nahe liegenden Verdacht, er wolle damit die zum damaligen Zeitpunkt erhobenen Entschädigungsforderungen der NS-Zwangsarbeiter diskreditieren, bestritten, ohne doch erklären zu können, wen er denn sonst im Sinn gehabt habe. Es hat geschlagene 14 Jahre gedauert, bis ihm endlich eine Erklärung eingefallen ist. In einem Interview auf ‚Spiegel online‘ von Mai 2012 will er auf einmal Außenminister Fischers Apologie des Krieges gegen Serbien gemeint haben, den dieser in skandalöser Weise mit der Verhinderung eines neuen Auschwitz legitimiert hatte. Dumm ist nur, dass die in Walsers Alter nun mal vorkommenden dementiellen Symptome Walsers Lügengebilde schnell zum Einsturz bringen: Fischers denkwürdige Parteitagsrede wurde über ein halbes Jahr nach Walsers Friedenspreisrede erst im Frühjahr 1999 gehalten!