Familienbande

26 Jul

Das Elend Deutschlands im 20. Jahrhundert spiegelt sich auf verblüffende Weise in der Geschichte der Familie Walser. Neuerdings kann Martin Walser, dessen Leiden an der deutschen Teilung in seinen Elaboraten stets beredten Ausdruck fand und in den wunderlichsten Eigendiagnosen – „Phantomschmerz“ – gipfelte, 20 Jahre nach deren Aufhebung die nationale Vereinigung auch als Familienzusammenführung begehen und somit endlich Heilung von seinen Schmerzen vermelden. Durch die Hochzeit seiner Tochter Alissa mit dem Denunzianten und STASI-Spitzel Sascha Anderson wächst im Hause Walser zusammen, was gesamtdeutsch immer schon zusammengehörte, nämlich der Antisemitismus des Westclans mit dem Denunziantentum der Ostsippe.

Überhaupt die Familie: außer der Nation und dem aus ihrer Vergötzung resultierenden Antisemitismus gibt es nichts, was Papa Walser so am Herzen liegt wie seine Sippe, zu der neben seinen talentfreien Töchtern als ein weiterer Schwiegersohn auch der Schriftsteller K. H. Ott zählt sowie als unehelich assoziiertes Mitglied der aus einem von Walsers zahlreichen Seitensprüngen entstandene Journalist Jakob Augstein. Papa Walsers Konzept der Nation entspricht aufs Haar dem der Großfamilie. Beiden gehört der einzelne unwiderruflich an, ohne aus ihnen austreten zu können. Walser naturalisiert sowohl Familie wie Nation. Beide erscheinen ihm nicht als Zwangsinstitutionen, zu denen der einzelne gewaltsam erzogen wird, sondern als Abstammungs- und Schicksalsgemeinschaft, der man sich klaglos einzufügen hat. Es ist diese Version, die Walsers Tochter, die Literaturattrappe Alissa, in ihrer beruflichen Laufbahn verinnerlicht hat, so sehr, dass ihr die Ungläubigkeit darüber, dass jemand an diesem Konzept Anstoß nehmen könnte, bei den von ihr gegen mich angestrengten Prozessen ins Gesicht geschrieben stand.

Im selben Masse, in dem die Walsertöchter von jedem von Papa Martin zu verantwortenden antisemitischen Eklat profitieren, indem sie die dadurch generierte öffentliche Aufmerksamkeit für ihr eigenes berufliches Fortkommen verwerten, liegt der Antisemitismus der Walsersippe als Geschäftsmodell zugrunde. Dass der hiesige Kulturbetrieb dieses Geschäftsmodell durch die Vergabe von Preisen und Stipendien an Mitglieder der Walsersippe auch noch honoriert – das macht die Angelegenheit unüberbietbar widerlich.

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2 Antworten to “Familienbande”

  1. Claudia W. August 28, 2014 um 5:32 pm #

    Sehr interessant. Da erscheint mir der Martin mal in ganz anderem Lichte. Was seine Töchter angeht….meine Tochter musste in der Kursstufe „King Kongs Töchter“ von Theresia Walser lesen. Sie ist literarturtechnisch recht bewandert und hat für ihr Alter bemerkenswert weise Ansichten und Fähigkeiten, Literatur zu durchdringen und Dinge zu begreifen, da kann ich nicht mithalten. Jedenfalls hat sie dieses Buch der Theresia als das schlechteste und „beschissenste“ „Werk“ bezeichnet, das sie in ihrer Schullaufbahn zu lesen GEZWUNGEN worden war. Eigentlich eine Frechheit. Nee, ohne „eigentlich“.
    Vitamin B eben. Sie schreibt gerade selbst an einem Roman, doch so gut er auch sein mag, er ist eigtl. schon fertig…ihr Papa ist kein Walser, und somit……wie auch immer, wenn ich in 2 Wochen in Nußdorf an Martins Haustüre vorbeilaufen werde, werde ich mir wohl nicht mehr wünschen, mal mit ihm auf seinem Bänkle sitzend gen Sonnenuntergang herumzuphilosophieren, während uns seine übertolerante Gattin ein Gläschen Sekt serviert. 😉

    • Claudia W. August 30, 2014 um 2:17 pm #

      PS: ……Allerdings ist Ihr Hass so beängstigend, dass man unbedingt Neutralität bewahren muß. Nie nur an den Lippen einer Seite hängen. Kann der Martin schlimmer als Ihr Hass sein?

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