Archiv | Juli, 2012

Familienbande

26 Jul

Das Elend Deutschlands im 20. Jahrhundert spiegelt sich auf verblüffende Weise in der Geschichte der Familie Walser. Neuerdings kann Martin Walser, dessen Leiden an der deutschen Teilung in seinen Elaboraten stets beredten Ausdruck fand und in den wunderlichsten Eigendiagnosen – „Phantomschmerz“ – gipfelte, 20 Jahre nach deren Aufhebung die nationale Vereinigung auch als Familienzusammenführung begehen und somit endlich Heilung von seinen Schmerzen vermelden. Durch die Hochzeit seiner Tochter Alissa mit dem Denunzianten und STASI-Spitzel Sascha Anderson wächst im Hause Walser zusammen, was gesamtdeutsch immer schon zusammengehörte, nämlich der Antisemitismus des Westclans mit dem Denunziantentum der Ostsippe.

Überhaupt die Familie: außer der Nation und dem aus ihrer Vergötzung resultierenden Antisemitismus gibt es nichts, was Papa Walser so am Herzen liegt wie seine Sippe, zu der neben seinen talentfreien Töchtern als ein weiterer Schwiegersohn auch der Schriftsteller K. H. Ott zählt sowie als unehelich assoziiertes Mitglied der aus einem von Walsers zahlreichen Seitensprüngen entstandene Journalist Jakob Augstein. Papa Walsers Konzept der Nation entspricht aufs Haar dem der Großfamilie. Beiden gehört der einzelne unwiderruflich an, ohne aus ihnen austreten zu können. Walser naturalisiert sowohl Familie wie Nation. Beide erscheinen ihm nicht als Zwangsinstitutionen, zu denen der einzelne gewaltsam erzogen wird, sondern als Abstammungs- und Schicksalsgemeinschaft, der man sich klaglos einzufügen hat. Es ist diese Version, die Walsers Tochter, die Literaturattrappe Alissa, in ihrer beruflichen Laufbahn verinnerlicht hat, so sehr, dass ihr die Ungläubigkeit darüber, dass jemand an diesem Konzept Anstoß nehmen könnte, bei den von ihr gegen mich angestrengten Prozessen ins Gesicht geschrieben stand.

Im selben Masse, in dem die Walsertöchter von jedem von Papa Martin zu verantwortenden antisemitischen Eklat profitieren, indem sie die dadurch generierte öffentliche Aufmerksamkeit für ihr eigenes berufliches Fortkommen verwerten, liegt der Antisemitismus der Walsersippe als Geschäftsmodell zugrunde. Dass der hiesige Kulturbetrieb dieses Geschäftsmodell durch die Vergabe von Preisen und Stipendien an Mitglieder der Walsersippe auch noch honoriert – das macht die Angelegenheit unüberbietbar widerlich.

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Ein Volk, ein Reich, eine Familie

18 Jul

In dem Prozeß, den der Staatsschriftsteller und Literaturverweser Martin Walser gegen mich angestrengt hat, hat das Landgericht Hamburg das Urteil auf September 2012 verschoben. Walser versucht, mir fünf Behauptungen, die ich sowohl in meinem Stück über den Vernichtungsgewinnler M. Walser und seine talentfreien Töchter mit dem Titel ‚Der Literaturverweser‚ (Edition Tiamat 2012) wie in einem Flugblatt aufgestellt habe, darunter unanfechtbare Tatsachenfeststellungen, gerichtlich verbieten zu lassen:

1. Soll ich nicht mehr an seine „Hetzreden und -schriften gegen Juden wie Ignatz Bubis und Marcel Reich-Ranicki“ erinnern dürfen.

2. Will Walser mir untersagen zu äußern, er entstamme „einer altgedienten Nazi-Dynastie und verbreite, selber NSDAP-Mitglied, das Gedankengut seiner Nazi-Mutter Auguste bis in unsere Gegenwart“ sowie

3. er schwelge „in seinen 2010 erschienenen Tagebüchern in anal-sadistischen Phantasien davon, wie er einem Überlebenden des Warschauer Ghettos ins Gesicht schlägt.“ Außerdem soll ich

4. nicht mehr davon sprechen dürfen, daß bei Walser „unverkennbare Anzeichen seiner beginnenden Demenz“ festzustellen seien, und er heute „der übelste Hetzer der deutschen Literatur“ sei.

5. Möchte er nicht mehr an seine „Feindseligkeit gegenüber Philip Roth“ erinnert werden, die seiner deprimierenden Inferiorität entspringt.

In dem Prozeß gegen mich versucht Walser, seine Lebens- und Geschichtslügen juristisch sanktionieren zu lassen, die Behauptung von Tatsachen als üble Nachrede abzustempeln und gleichzeitig den renitenten Autor, der seinen Geschichtsklitterungen auf die Schliche gekommen ist, finanziell zu ruinieren, indem er den Streitwert des Verfahrens in derart groteske Höhen treibt, dass es in finanzieller Hinsicht einem selbstmörderischen Unternehmen gleichkommt, Walser in der von mir praktizierten Weise an den Karren zu fahren. Ausgerechnet Walser, der einst den Kritiker Reich-Ranicki als die „Macht“ identifizierte, der gegenüber sich jeder Autor als verfolgter Jude fühlen dürfe, mobilisiert den staatlichen Justizapparat, um seinem Kritiker ein für allemal das Handwerk zu legen. Damit erfüllt Walser nicht nur das Vollbild des „konformierenden Asozialen„, wie es Adorno einst gezeichnet hat, er verkörpert auch wie kein zweiter deutscher Autor den hiesigen Nationalcharakter zwischen Ohnmachtsphantasien und Vernichtungsgelüsten, zwischen Sentimentalität und Brutalität, wie ihn die Welt zu oft kennengelernt hat.

Martin Walser spekuliert in dem Verfahren gegen mich im selben Masse auf die Unzurechnungsfähigkeit der Justiz, in dem er jahrzehntelang erfolgreich an die geistige und moralische Verkommenheit der deutschen Literaturkritik appelliert hat. Ob er damit durchkommt, steht dahin.  Seine Tochter Alissa hat mit ihren, ihrem Ehemann, dem STASI-Spitzel Sascha Anderson, abgeschauten Denunziationstechniken jedenfalls vor Gericht Schiffbruch erlitten, als sie gegen mich Strafantrag stellte, weil ich sie mit dem treffenden Epitheton Literaturattrappe versehen habe. Darüber später einmal mehr.